• Orbitalschweißen
  • Der Begriff des Orbitalschweißens bezeichnet ein teilmechanisiertes WIG ? Schweißverfahren , bei dem der Lichtbogen mindestens 360? um einen feststehenden Rundkörper geführt wird. Da wegen der guten Kontrollierbarkeit des Schmelzbades dieser Prozess praktisch nur mit dem WIG ? Verfahren ausgeführt werden kann, gelten natürlich auch nahezu alle für das WIG ? Schweißen relevanten Regeln wie z.B. Auswahl der Gase, Sauberkeit, Verschweißbarkeit bestimmter Werkstoffe oder aber auch Erzielbarkeit mechanischer Gütewerte. Orbitalschweißen wird heute überall dort eingesetzt, wo sehr hohe Qualitätsansprüche an die Schweißnaht gestellt werden. Diese Ansprüche beschränken sich aber nicht nur auf Festigkeit bzw. Röntgensicherheit, sondern vor allem auch auf die Ausbildungsform der Naht und deren Reproduzierbarkeit. So ist die flache, gleichmäßige und mit geringer Rauhigkeit erzielbare Wurzel für viele Anwender primäres Kriterium zum Einsatz des Verfahrens. Es wird deshalb heute bevorzugt in folgenden Bereichen eingesetzt:

    - Chemieindustrie
    - Pharmazie
    - Lebensmitteltechnik
    - Biotechnik
    - Reinstwasseranlagen
    - Halbleiterindustrie
    - Luft- und Raumfahrt
    - Automobilbau
    - Pipelinebau
  • Ablauf einer Orbitalschweißung
  • Nahtvorbereitung

    Der erste Arbeitsschritt hat am meisten Einfluss auf die spätere Qualität der Schweißnaht. Es ist erforderlich die Rohre exakt rechtwinklig zur Rohrachse zuzuschneiden. Eventuell können die Anschweißenden auch plangedreht werden. Ziel ist eine plane, gratfreie und rechtwinklige Oberfläche an den Rohrenden zu schaffen.
    Im zweiten Schritt müssen die Rohrstümpfe exakt und ohne Luftspalt zueinander zentriert und mittels Heftpunkten oder Einspannvorrichtungen gehalten werden.

    Programmauswahl

    Um die Qualität der Naht sicherzustellen, ist es notwendig für unterschiedliche Materialien, Wanddicken und Rohrdurchmesser ein separates Schweißprogramm zu entwickeln. Zurzeit sind über 100 Schweißprogramme für unterschiedlichste Bedingungen entwickelt worden. Unsere erfahrenen Schweißer sind in der Lage, schwierigste Aufgabenstellungen zu bewältigen und neue Schweißprogramme zu entwickeln oder anzupassen.

    Formieren

    In den meisten Fällen ist der Schutz der Schweißnaht vor Korrosion den qualitativen Eigenschaften gleichgestellt. Gerade bei Edelstahl ist es erforderlich, die Korrosionsbeständigkeit der Schweißnaht, durch Vermeidung von Oxidation im Schweißnahtbereich mit Luftsauerstoff sicherzustellen. Zu diesem Zweck werden die zu verschweißenden Rohre mit inerten Gasen vor, während und nach dem Schweißvorgang gespült und so ein Kontakt mit Sauerstoff vermieden. Wir sind in der Lage Rohre bis 76,1mm Außendurchmesser, von Innen und von Außen zu formieren. Größere Rohrdurchmesser können nur von Innen formiert werden und müssen dementsprechend von außen nachbehandelt werden.

    Schweißvorgang

    Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind und auch das Programm geladen ist, beginnt der automatisierte Schweißvorgang mit oder ohne Schweißzusatz.

    Dokumentation

    Für jede einzelne Schweißung kann über das mikroprozessorgesteuerte Schweißsystem eine Dokumentation der wichtigsten Parameter erfolgen.
  • Schweißnaht
    • Abbildung 1: Beispiel für Orbitalnaht an einer Aushalsung
  • technische Informationen:
  • max. Wandstärke: 3 ? 4 mm

    vorhandene Orbitalzangen:
    2 geschlossene Kassettenschweißköpfe (Orbiweld)
    1 offene Orbitalschweißvorrichtung

    mögliche Rohrdurchmesser:
    3 ? 38,1mm (Orbiweld 38S)
    6 ? 76,2mm (Orbiweld 76S)
    33,7 - max. 350mm (AXXA CC 220)